Von Xantens Kolumne – Der Esel und die Nachtigallen

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Heißt es eigentlich der oder das Verdienst? Beides. Das Genus schwankt. Kommt darauf an, was man meint. Männlich wird’s im Artikel, wenn zum Beispiel der Lohn gemeint ist. „Verdienst im Sinne von ‚anerkennenswerte Leistung‘“ lässt sich dagegen sächlich begleiten.

Anerkennenswert, insbesondere in moralischer Hinsicht, „ohne Rücksicht auf die Folgen für das persönliche Schicksal in redlicher Absicht erbracht“. Indes es manchmal sauer schmeckt, das Verdienst. Wenn der Lohn Undank ist, so Immanuel Kant.

Wobei Undank wiederum eher die Regel, als die Ausnahme. Davon jedenfalls wissen Esel, Katze, Hund und Hahn und Bäckergeselle in Ludwig Bechsteins Märchen ein Lied zu singen: „Undank ist der Welt Lohn“. Zu ehrlich für die Welt. Der Esel ist sogar hochbegabt und kann Gottfried August Bürger zitieren:

Es gibt viel Esel, welche wollen
Daß Nachtigallen tragen sollen,
Des Esels Säcke hin und her;
Ob nun mit Recht, fällt mir zu sagen schwer.
Dies weiß ich: Nachtigallen wollen
Nicht, daß die Esel singen sollen.“

Die Esel und die Nachtigallen. Und die Bremer Stadtmusikanten grüßen auch gleich mit. Und sauer macht lustig. Sagt der Volksmund. Wobei eigentlich nicht ganz richtig. Die Bundeskanzlerin müsste ja, weil sogar mit Sauer verheiratet, dauerlustig sein. Außerdem kommt lustig ursprünglich von gelüstig. Also mehr auf den Appetit bezogen. Und so hieß es früher zunächst: Sauer macht essen. 1817 zum Beispiel bei Valentin Wudrian:

„Darum, gleichwie man einem, der keine Lust zu essen hat, etwas sauers gibt: dahero das Sprüchwort kommen: Sauer macht essen.“

Und es scheint fraglos zu schmecken. Oder doch nicht. Die Bordkapelle hat noch eine Frage:

„Bundeskanzlerin Angela Merkel gönnt sich ein schönes Gläschen Wein, ihr Ehemann Joachim Sauer gibt dem Kellner ein Zeichen. Bestellt er schon die nächste Runde?“

Gut. „Die tagelange Abstinenz der Kanzlerin hat eines gezeigt:“ Es geht nicht ohne Bedürfnisse:

„Viele Deutsche haben ein Bedürfnis danach zu wissen, wo Angela Merkel steckt, auch wenn sie nur ihren privaten Urlaub verbringt. Wir stellen ihre Familie vor.“

Es ist das Verdienst der Bordkapelle, die Bedürfnisse der vielen Deutschen ständig zu befriedigen.

Und für besondere Verdienste, das heißt herausragende Leistungen auf politischem, wirtschaftlichem, kulturellem, geistigem oder ehrenamtlichem Gebiet gibt es den „Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland, auch Bundesverdienstkreuz genannt“. Am 7. September 1951 von Theodor Heuss per Erlass gestiftet. Bekommen haben das Bundesverdienstkreuz zum Beispiel Karl Geiler und Udo Lindenberg. Wobei sich die Frage stellt: Wer ist Geiler?

Und nun soll es Mario „Whatever it takes“ Draghi bekommen. Wegen seiner Verdienste um Europa und die Stabilisierung der Eurozone und für seine Verdienste um das deutsche Sparbuch. Und das habe er auch verdient, sagt die Bordkapelle:

„Die Zinsen sind weltweit niedrig, weil so viel gespart wird. Dafür kann Draghi nun wirklich nichts.“

Schön, dass wir das nun auch gelernt haben.

Die Netzsuche „Whatever it takes“ führt allerdings zuerst zu den „Imagine Dragons“. Drachen vorstellen. Eine US-amerikanische Rock-Band aus Las Vegas, Nevada, die sich gerne auch bei Benefizveranstaltungen einbringt. Unter anderem „veröffentlichten die Imagine Dragons das Lied I Was Me im Zuge des ‚One4 project’s‘, dessen gesamte Einnahmen der Organisation UN Refugee Agency“ zugutekam. Eine Organisation, die Facharbeiter aus dem mittleren Osten unterstützt. Was auch immer es braucht. Drachen vorstellen.

Markus Krall hat dem verdienstvollen Ex-EZB-Präsidenten einen Abschiedsbrief geschrieben:

„Lieber Herr Draghi, geschätzter Präsident, hoch verehrter gröGepolaZ (größter Geldpolitiker aller Zeiten), Mario, altes Haus,

nun ist es also soweit. Nach acht Jahren heißt es Abschied nehmen vom grauen Frankfurt. Arrivederci Germania, buon giorno Toscana oder so ähnlich. Die persönlichen Memorabilia, ihre preußische Pickelhaube zum Beispiel, werden sicher ihren Weg nach Süden finden. Schließlich braucht auch eine italienische Vogelscheuche in den Weinbergen des Chianti eine anständige Kopfbedeckung.

Während Sie also die paar Habseligkeiten eines unterbezahlten Zentralbankpräsidenten unter dem nebligen Kleid, dass die Zinnen des Geßlerturms im Frankfurter Osten an diesem deutschen Oktobertag umwabert, zusammenklauben und sich denken ‚porca miseria, bin ich froh, diese ewig nörgelnden Deutschen in drei Tagen los zu sein und ganz besonders dieses ewig penetrant freundlich grinsende Babyface Weidmann‘ ist es natürlich Zeit, sich auf die monetäre Geschichtsschreibung vorzubereiten.“

Mario Draghis Bundesverdienstkreuz-Geschichte wird am 31. Januar im Schloss Bellevue in Berlin geschrieben. Wobei es ein Sprachproblem gibt:

„Deutsch ist die Sprache der Täter […]. Der Grüßaugust der Bundesregierung spricht [deswegen] jetzt hebräisch und englisch.“

Und „[w]enn er sich die heutige Zeit anschaue, habe er manchmal den Eindruck, ‚dass das Böse noch vorhanden ist‘“. Selbstverständlich. Solange die Sprache der Täter sich noch nicht ganz verabschiedet hat, ist es auch noch da, das Böse.

Finis Germania. „I love Volkstod“. Auch als Ansteckplakette:

„Der Volkstod ist die rechte Idee, dass das Konstrukt der deutschen ‚Volksgemeinschaft‘ bedroht ist und sterben wird. Warum? Weil Menschen einwandern, andere Menschen auswandern […]. Da können wir nur sagen: Her mit dem Volkstod! Je schneller, je besser.“

Gibt es eine Konstante in Rolf Peter Sieferles Finis Germania? Ja, „ein starkes Gegenwartsunbehagen und Misstrauen am (post)modernen Denken“. Eine raunende Klagepredigt durchwehe das ganze Buch, so die Schweizer Bordkapelle. Ein im geistigen Vakuum Verlorener sehne sich nach einem Halt an Dingen, die so nie existiert hätten:

„Etwa nach einer historisch noch nie vorhandenen herrschenden Klasse in Deutschland, die diesen Namen auch verdiene und sich nicht aus Lokalpolitikern rekrutiert, denen der ‚Bratwurstdunst von Feuerwehrfesten‘ entströme. Oder nach dem Menschen im ‚alten Sinn‘, der zusammen mit seinem ‚individuell-familiären‘ Kulturraum verschwunden sei und nur eine postanthropomorphe Wüste hinterlassen habe.“

Was sagt der Schwabe?

„S’geit scho bruddal viel Leit dia fließend Scheißdregg schwätzad!“

Da passt es auch gut, dass die nachpostmoderne Sprache ebenfalls zur Wüste kultiviert wird. Und immer mehr Menschen der deutschen Sprache in Wort und Schrift immer weniger mächtig sind. Angedacht werden sollte vielleicht, dass bei Nutzung mit strafrechtlichen Konsequenzen zu rechnen ist. Deutsch, ein Fall für den Staatsschutz.

Und ein Fall für sportliche Anglisierung. Bereits seit zehn Jahren wird der Anglizismus des Jahres gekürt, „um den englischen Einfluss auf die deutsche Sprache zu loben“ und um „den positiven Beitrag des Englischen zur Entwicklung des deutschen Wortschatzes“ zu würdigen. Dieses Mal ist es „…for future“. Gewählt von der Experten-Jury der Freien Universität Berlin.

„Es handle sich um eine sogenannte Phraseoschablone – eine Redewendung mit einer Leerstelle, in die verschiedene Wörter eingesetzt werden, hieß es am Dienstag von der Jury. Überzeugt habe neben der kreativen Verbreitung (Omas for Future, Scientists for Future und so weiter) die zentrale Bedeutung für die Klimaschutzbewegung.“

Die englische Sprache, so der Juryvorsitzende Anatol Stefanowitsch, gehöre wunderbarerweise uns allen.

Und die Sprache des Dichterfürsten, die Sprache Thomas Manns? Die Sprache der Täter.

Was sagt Ernst Moritz Arndt?

„Ein geistigeres und innigeres Element als die Sprache hat ein Volk nicht. Will also ein Volk nicht verlieren, wodurch es Volk ist, will es seine Art mit allen Eigentümlichkeiten bewahren, so hat es auf nichts so sehr zu wachen, als daß ihm seine Sprache nicht verdorben und zerstört werde.“

Noch etwas? Selbstverständlich.

„Wer seine Sprache nicht achtet und liebt, kann auch sein Volk nicht achten und lieben.“

Gut. Allerdings ist Ernst Moritz Arndt bekanntlich ein ganz schlechter Zeuge, weil Nationalist und Antisemit. Gerade erst ist die Zehlendorfer Kirchengemeinde dem Greifswalder Beispiel gefolgt und hat sich von ihm losgesagt.

Aber es gibt ja bekanntlich gar kein Volk, sondern nur eine Bevölkerung. Und passend dazu Hans Haackes Kunstwerk der Superlative im Reichstag: „Der Bevölkerung“ im steinernen Hof des Reichstags. Die Bevölkerung im Erdtrog. In weißer Leuchtschrift.

Ob die Verwendung des Begriffs Volk demnächst strafrechtlich verfolgt wird, ist nicht bekannt. Strafrechtliche Konsequenzen soll allerdings eine Verunglimpfung der EU haben:

„Nach geltender Rechtslage sind die Symbole der Europäischen Union, wie die Flagge und die Hymne, nicht ausreichend über das materielle Strafrecht geschützt. Vor dem Hintergrund der besonderen Bedeutung der Europäischen Union für die Bundesrepublik Deutschland besteht gesetzgeberischer Handlungsbedarf. Es ist beabsichtigt, den Strafverfolgungsbehörden ausreichende Mittel an die Hand zu geben, um entschieden und wirksam gegen solche Handlungen vorzugehen, die das Verächtlichmachen der Grundwerte der Europäischen Union zum Ziel haben. […] Wer öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften entsprechend § 11 Absatz 3 die Flagge oder die Hymne der Europäischen Union verunglimpft, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.“

Bestraft wird auch, wer in Hamburg, Berlin, Stuttgart oder Darmstadt Diesel-Durchfahrtsverbote missachtet. Die Behörden haben bislang mehr als 16.000 Verstöße erfasst und „dabei Bußgelder in Höhe von rund 1,6 Millionen Euro verhängt“. Einsamer Spitzenreiter ist Darmstadt mit 13.000 Verstößen.

Überhaupt Darmstadt. Ein Zehnjähriger, der mit seinem neunjährigen Freund von Darmstadt nach Frankfurt unterwegs war, um dort gemeinsam etwas zu erleben, wurde in Frankfurt von der Polizei aufgegriffen:

„Danach zeigte sich der Zehnjährige von seiner unangenehmen Seite: Auf dem Weg zur Wache schimpfte der Kleine mit Worten, die laut Polizei ‚dem untersten Vokabular entstammten‘, auf die Beamten. Beim Versuch, seine Personalien festzustellen, um seine Eltern zu informieren, drohte der Junge damit, die Beamten zu erschießen. Die Frage nach seinem Namen beantwortete er kurz und knapp mit: ‚Hitler, Adolf Hitler‘.“

Darmstadt – eine Nazi-Hochburg. „50 Prozent für die NSDAP“. So Oberbürgermeister Jochen Partsch von den Grünen. Schon 1931 habe er eine gewaltsame NSDAP-Machtübernahme skizziert:

„Auch wenn Darmstadt heute eine weltoffene Stadt sei und aktuell viele Flüchtlinge aufnehme, müsse man wachsam bleiben“.

Karl Rudolf Werner Best, „führender Großraumtheoretiker“ und „Organisator und Personalchef der Gestapo“ und „deutscher Statthalter im besetzten Dänemark“, wo er auch als Kriegsverbrecher verurteilt wurde und eine Haftstrafe absaß:

„Nach seiner Entlassung spielte er eine wichtige Rolle bei dem erfolgreichen Versuch, durch verdeckte Einflussnahme auf Prozesse und Gesetzgebung in der Bundesrepublik die Strafverfolgung von NS-Tätern zu erschweren. Einer Ahndung seiner eigenen Verbrechen konnte er sich weitestgehend entziehen.“

Weitestgehender Entzug durch Ableben. Werner Best.

„Best of Harald Schmidt. Hundeaugen und Hitler.“ Mit „‘Nazi Goreng‘ und Hitler-Humor“.

Aber darf man bei Hitler überhaupt lachen? Auf der Suche nach einer Antwort braucht es eine wissenschaftliche Herangehensweise. Am Münchner Institut für Zeitgeschichte wurde deshalb eigens getagt. Eine Expertenrunde. Das Ergebnis ernüchternd.

Gut, aber das ist keine Antwort. Spieglein, Spieglein an der Wand: „Hatte Hitler Humor?“ Was sagt Gerhard Polt? „Die Frage dürfen Sie gar nicht stellen.“ Spieglein, Spieglein:

„Warum nicht? Polt: Wie sollte der sonst Führer der Deutschen werden? […] Glauben Sie, dass ein Mensch, der total humorlos ist, der nur idiotisch vor sich hinplappert, Führer wird? Hitler muss auch ein Erzähler gewesen sein, das kann man vielleicht nicht nachvollziehen, wenn man ihn nicht kannte. Aber der wäre in München nie groß geworden, wenn nicht die Damen der Gesellschaft ihn in den Salons auf den Schoß genommen hätten. […] Wenn er nur eine blöde, stolpernde, vulgäre Kartoffel gewesen wäre, hätte er kein Entree bekommen.“

Nicht um ihr Entree, sondern um ihren Exitus bemüht ist die SPD.

„Hier laufen ganz andere Dinge ab: Die gegenwärtige SPD-Führung ist offenbar teilweise in den Händen fundamental orientierter Muslime, die eine kritische Diskussion des Islam in Deutschland grundsätzlich verhindern wollen.“

Sagt Thilo Sarrazin. Das Motto: offen für alles außer Hirn, Humor und weißer Mann. „Und dann kam genau die passende Gruppe und hat sich eben bedient.“

Geht es noch radikaler? Selbstverständlich. Mit der radikal-islamischen Terrororganisation al-Qaida. Und was ist der Unterschied zu Gunther Gabriel? Das Terrornetzwerk hatte mit der Einwerbung von Spenden nie wirklich Probleme. Gemeinsamkeiten gibt es allerdings mit Sigmar Gabriel. Beide werden …:

„… über Umwege aus Katar bezahlt. Katar gilt unwidersprochen als einer der größten Terrorfinanziers im Nahen Osten. Trotzdem konnten sich die Kataris ungehindert mit ihren Öl-Milliarden in die deutsche Wirtschaft einkaufen. Sigmar Gabriel wurde nun von Katar ausgewählt, um in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank einzuziehen.“

Gibt es etwas Neues von Saskia Esken? Selbstverständlich. Sie empfindet den Präsidenten „als ‚erschreckend verantwortungslosen, narzisstischen Menschen‘“. Wobei Narzissmus im Alter abnimmt. Sagt die Bordkapelle. Das Überschäumen von Bierdosen nimmt dagegen auch nicht ab, wenn man dagegen klopft oder schnippt. Sagt die Bordkapelle. Allerdings trinkt der Präsident gar kein Bier:

„Ich kann ganz ehrlich sagen, dass ich noch nie ein Bier in meinem Leben getrunken habe, okay?“

Okay.

Da ist der Bierabsatz in Deutschland gleich auf ein Rekordtief gesunken. Trotz Super-Sommer. Damit bleibt dem Präsidenten auch Corona erspart. Nicht nur Virus, sondern auch eine mexikanische Biermarke. Die „heute in 180 Ländern zu den führenden importierten Premium-Biersorten“ gehört. Was soll uns das sagen?

Gesunken war am 30. Januar 1945 auch die Wilhelm Gustloff. Und mit ihr mehr als 9.000 Menschen. Versenkt durch ein sowjetisches U-Boot. Vor der Küste Pommerns. Die größte Schiffskatastrophe der Menschheitsgeschichte.

Und wer oder was steckt dahinter, hinter dem Virus? Das Bill-Gates-Gerücht. Sagt die Bordkapelle. Gerade weil das Virus keine Visitenkarte bei sich habe, rankten sich die wildesten Gerüchte darum. Und da habe sich auch Microsoft-Hebamme Bill Gates angeschlossen:

„Angeblich habe das von der Bill und Melinda Gates Stiftung unterstützte englische Pirbright-Institut im Jahr 2015 ein Patent auf einen Impfstoff gegen das Coronavirus angemeldet. Gates würde von dem Ausbruch finanziell profitieren, behauptet ein YouTuber und Anhänger der verschwörungstheoretischen QAnon-Bewegung auf Twitter. Zudem möchte er ‚ein Prozent der Weltbevölkerung sterilisieren‘, heißt es dort.“

Was sagt der Philosoph?

„Das wird doch alles von den Medien hochsterilisiert!“

Allerdings handele es sich bei der Reduktionsmenge um Neger. So Bravin Yuri. Passenderweise im Bin-Laden-Look:

„Why does Bill Gates want to ‚fight‘ #CoronaVirus in Africa when it’s Killing people in Asia & spread in the US? This is just a way of trying to Test their ‚Vaccines‘ on Africans. Soon,more Africans will die than Whites. This is targeted at reducing & sterilizing Africans. Scam!

Bill Gates is spending R75 million to fight the coronavirus in Africa. He has warned about a pandemic for years.“

Warum will Bill Gates das Corona-Virus in Afrika ‚bekämpfen‘, wenn es Menschen in Asien tötet und sich in den USA verbreitet? Dies ist nur eine Möglichkeit, ihre ‚Impfstoffe‘ an Afrikanern zu testen. Bald werden mehr Afrikaner als Weiße sterben. Dies soll die Zahl der Afrikaner reduzieren und sie sterilisieren. Betrug!

Bill Gates gibt R75 Millionen für den Kampf gegen das Coronavirus in Afrika aus. Er warnt seit Jahren vor einer Pandemie.

Aber was heißt R75? Vielleicht Rupien. Das wären dann gerundet 1.052.125 US-Dollar. Hat die Portokasse etwas gesagt? Keinen Mucks. Wobei Mucks eine „substantivierte Interjektion des halblauten Aufbegehrens bzw. des Ansetzens zum Atemholen“ ist. Ein Empfindungswort. Eine der zehn Wortarten, unveränderlich und ohne richtige Bedeutung, aber mit Gefühl.

Wie auch immer, das schlägt dem Fass die Krone ins Gesicht. Der Gipfel der Unverschämtheit. „Die Krone der Schöpfung, das Schwein, der Mensch“. „Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt und kann daher nicht angezeigt werden.“

Gott sei Dank gibt es Correctiv. Die Zusammenhänge seien ausgerissen. Aus dem Kontext. Es gebe sehr viele Coronavirus-Patente, weil es sich in Wirklichkeit um eine große Familie handele. Und für ein Familienmitglied halte das von der Bill und Melinda Gates-Stiftung gesponserte Institut tatsächlich ein Patent. Aber das habe mit dem in Wuhan ausgerissenen Familienmitglied „rein gar nichts […] zu tun.“ Wuhan, eine der ersten 5G-Städte.

Weitere Fragen bitte an den RTL-Medizinexperten Dr. Christoph Specht. „Unser Lehrer Doktor Specht“. Eine Familienserie in 70 Folgen. Dr. Specht, der Lehrer, dem nicht nur die Frauen vertrauen.

Und gut, dass es Politifact gibt, „ein amerikanisches journalistisches Recherche- und Überprüfungs-Projekt im Bereich der US-Politik“. Faktencheck auf Amerikanisch.

Nein, Kobe Bryant habe vor dem Absturz seines Hubschraubers gezwitschert, dass er Schmutz über Hillary Clinton habe.

Man habe schon viele Behauptungen entkräftet, dass die ehemalige Außenministerin Hillary Clinton politische Feinde ins Jenseits befördert hätte. Eine typische Formel für diese Verschwörungen laute: Jemand aus dem Clinton-Umfeld sterbe bei einem Unfall oder begehe Selbstmord, was auch offiziell bestätigt werde. Und dann kämen Aluhutträger daher und behaupteten, dass die wahre Geschichte darin bestehe, dass die im Jenseits befindliche Person in eben jenes ausgewandert sei, bevor sie schädliche Informationen über die Clintons habe preisgeben können.

Es überrasche also nicht, dass nach dem Absturz der NBA-Legende Kobe Bryant die Formel wieder benutzt werde. Ein Gesichtsbuch-Eintrag vom 26. Januar folge streng dem Aluhut-Fahrplan. Ein Gezwitscher-Bildschirmfoto des Basketballers von 9:30 Uhr sage: „Ich habe Informationen, die zur Verhaftung von Hillary Clinton führen werden.“ Und kurz vor 10 Uhr morgens sei der Hubschrauber dann in Calabasas abgestürzt.

Das Gesichtsbuch habe im Rahmen seiner Bemühungen, falsche Nachrichten und Fehlinformationen zu bekämpfen, sich des Beitrags angenommen und ihn gelöscht. Überhaupt pflege man bei Politifacts eine innige Partnerschaft mit dem Gesichtsbuch. Und Kobe Bryant habe am 26. Januar gar nicht gezwitschert.

Aber im Januar 2013 habe er gezwitschert. Ein Foto von sich selbst mit dem ehemaligen Präsidenten Bill Clinton. „Großartige Veranstaltung mit Präsident Clinton und @KVBFF zur Renovierung von Step Up on Vine!“, habe er geschrieben. Großartig. Man kann von Glück sagen, dass es überall Faktenwächter gibt. Die den Dreck unter dem Teppich halten.

Nicht unter dem Teppich gehalten wurde Corona. Der Siegerkranz. Eine Erfolgsgeschichte. Aber was ist eigentlich so alles in Corona drin?

„Neben Wasser, Hopfen, Hefe und Gerstenmalz enthält Corona-Bier Mais, Reis, Papain und Ascorbinsäure.“

Und Papain gehört zur Enzym-Diät. Eine Blitz-Abnehmkur. Erlaubt sind Ananas, Papayas, Mangos, Bananen, Äpfel, Kiwis, Melonen und Weintrauben, die allesamt viele Enzyme enthalten:

„Da Enzyme, sobald sie über 50 Grad erhitzt werden, ihre Wirkung verlieren, ist es wichtig, das Obst roh oder kaum erhitzt zu verzehren.“

Und gesundheitstechnisch ist eine Enzym- und Rohkost-Kur eh von Vorteil.

Was sagt der Führer?

„Dadurch, daß der Mensch die Substanz seiner Ernährung erst einem chemischen Prozeß unterwirft, entstehen die Kulturkrankheiten, Krankheiten, die vom getöteten Leben kommen. Jetzt nimmt trotz unserer Kultur das Lebensdurchschnittsalter wieder zu. Wir haben die Rohkost wieder eingeführt. Die Rohkost war eine Revolution! Daß ein aus Kohle gewonnenes Fett gleich gut ist wie eines aus Olivenöl, glaube ich nicht; besser wird sein, das künstlich gewonnene für unsere Schönheitspflege zu verwenden, als Seife und so fort.“

Allerdings ist Rohkost schwer verdaulich. Unverdaute Nahrungsbestandteile lagern im Darm und …:

„… werden dann von den Mikroorganismen vergoren. Die Folgen: Verdauungsstörungen, schmerzhafte Blähungen und Durchfälle. Außerdem greifen die Gärungsprodukte auf Dauer auch die Darmschleimhaut stark an. Hin und wieder gekochtes Gemüse kann also nicht schaden.“

Gut. Aber noch schwerer verdaulich ist, dass die Bundeskanzlerin bei einer Preisverleihung Lenin gelobt hat. „Lenin – Die Mumie vom Roten Platz“. Aber es bestehe „kein Grund zur Besorgnis“. Deutschland sei sicher. Und „[a]uch um die Funktionsfähigkeit der Bundesregierung müsse sich die Bevölkerung keine Sorgen machen. „Wir befinden uns an einem sicheren Ort und haben die Lage im Blick“. So die Bundeskanzlerin. Wunderbar.

SPD-Familienministerin Franziska Giffey hat für die Zukunft die Lage in Berlin im Blick. Sie strebt den Bürgermeister*innen-Posten – gesprochen mit Glottisschlag – in der Hauptstadt an. Was macht eine Familienministerin eigentlich so? Zum Beispiel das Geleitwort zu einer Handreichung der Amadeu-Antonio-Stiftung schreiben:

„Ene, mene, muh – und raus bist du. Ungleichwertigkeit und frühkindliche Pädagogik […]. Kindertagesbetreuung in Zeiten rechtspopulistischer Mobilisierungen“.

Gibt es Fallstudien? Selbstverständlich. „Fall I.3: ‚Kinder aus völkischen Elternhäusern‘“. Gut. Woran erkennt man denn völkische Kinder? Sie sind zurückhaltend, erzählen wenig von zu Hause und verhalten sich im Morgenkreis schweigsam und passiv.:

„Gleichzeitig gibt es keine sogenannten Disziplinprobleme, diese Kinder scheinen besonders ‚gut zu spuren‘. Außerdem sind traditionelle Geschlechterrollen in den Erziehungsstilen erkennbar: Das Mädchen trägt Kleider und Zöpfe, es wird zu Hause zu Haus- und Handarbeiten angeleitet, der Junge wird stark körperlich gefordert und gedrillt.“

Soweit, so schlecht. Aber nun kommt es auch noch zum Kindergeburtstag:

„Eltern, deren Kinder eingeladen sind, wissen um die Zugehörigkeit der Eltern in einer rechtsextremen Kameradschaft und machen sich Sorgen, was auf dem Kindergeburtstag passieren könnte.“

Und hier kommen nun die Erzieher*innen – gesprochen mit Glottisschlag – und die Amadeu-Antonio-Giffey-Handreichung ins Spiel.

„Im Kontext der pädagogischen Arbeit mit Kindern, die in rechtsextrem organisierten Familien aufwachsen, geht es auch um die Diskussion einer möglichen Kindeswohlgefährdung. Oft geraten Kinder in einen Loyalitätskonflikt zwischen den Ansprüchen der Herkunftsfamilie und den dazu diskrepanten Anforderungen im Außen. Viele werden in Freund-Feind-Bilder einsozialisiert. Das schränkt letztlich den möglichen Erfahrungsraum Heranwachsender ein. Beide Themen können den Straftatbestand der Kindeswohlgefährdung berühren.“

Und das ist kein Kindergeburtstag mehr. Kindesentzug.

Ob es sich bei dem 34-jährigen syrischen Facharbeiter, der jetzt in Koblenz vor Gericht steht, um einen Straftatbestand handelt, soll jetzt verhandelt werden. Der Facharbeiter soll „2012 in sein Heimatland ausgereist sein, um sich dort islamistischen Kämpfern anzuschließen“. Dort habe er nach eigener Aussage den Kopf eines syrischen Soldaten gefunden. Ob des fotogenen Motivs habe der Facharbeiter sich dann ablichten lassen. Den vom Rumpf abgetrennten Kopf habe er, äußerst zufrieden dreinblickend, am Ohr so in Richtung der Kamera gehalten, dass das Gesicht des Rumpflosen in selbige geguckt habe. Zur Debatte stehe nicht, ob er bei der Separierung des Kopfes auch selbst Hand angelegt habe.

„Ein Gutachter soll nun hinzugezogen werden, um Aufklärung über die Psyche des [drogenabhängigen] Mannes“ zu erhalten. Auf der einen Seite.

„Auf der anderen Seite müssen wir auch die Bedürfnisse, die Belange der Menschen mit Migrationsgeschichte ernst nehmen. Denn auch die haben Wünsche, die haben Sorgen.“

Sagt Serap Güler.

Noch etwas? Ja, die Bordkapelle hat eine Frage. Ob Michael Obama Vizepräsident von Joe Biden werden soll. „Die Bromance zwischen Joe Biden und Barack Obama“ sei kein Geheimnis. Eine besonders innige Männerfreundschaft.:

„Eine Männerfreundschaft, die weit über das bloße gemeinsame Feierabendbier hinausgeht.“

Was bei Frauen in bestem Abbreviatur-Deutsch die BBF („Best Friends Forever“), ist bei Männern der „Bro“. Diese beste Freundschaft wird auch als „Bromance“ bezeichnet:

„Das an eine schwarze US-Leserschaft gerichtete Online-Magazin ‚The Root‘, bezeichnete den Vorstoß am Mittwoch (Ortszeit) als ‚Wunschdenken‘ und Biden selbst als einen ‚armen, einfältigen Trottel‘. Twitternutzer spotteten, es handle sich um einen verzweifelten Versuch Bidens, seine Wahlkampagne zu retten.“

Von einer Bromance wird man dagegen bei der Frankfurter Staatsanwaltschaft und Alexander Gauland nicht sprechen können. Der Bundestag hat die Immunität des AfD-Fraktionschefs aufgehoben. Wegen eines „privaten Steuerfehlers“. Die Wohnräume der Potsdamer Meldeadresse seien bereits durchsucht worden, so die Bordkapelle.

Nicht mit einem Steuer-, sondern mit einem Hautfehler hat der Spielzeughersteller Mattel ein neues Barbie-Modell auf den Markt gebracht. Für mehr Vielfalt im Kinderzimmer. Barbie mit Vitiligo, einer Pigmentstörung. Neu im Programm sind auch „eine Puppe ganz ohne Haare und eine dunkelhäutige mit goldener Beinprothese.“ Und Ken hat nun lange Haare und trägt ein Batik-Shirt.

Greta gibt es zwar noch nicht als Barbie-Puppe, aber schon als Wachsfigur. Im Panoptikum auf der Hamburger Reeperbahn. Es sei nach Recherche weltweit die erste Wachs-Greta. Sie solle unmittelbar im Zentrum des Eingangsbereiches stehen. Ihre Kleidung werde je nach Jahreszeit wechseln.

Allerdings sollen Greta und FFF bald eine Marke werden. Ein entsprechender Antrag ist beim Amt der Europäischen Union für geistiges Eigentum eingegangen. Gretas Mitstreiterin Janine O’Keeffe gibt es nicht in Wachs, aber auch sie möchte sich das Markenrecht für bestimmte FFF-Produkte sichern. Zum Beispiel Rucksäcke und Mützen. Es gebe aber keine Absicht, damit Geld zu machen. Selbstverständlich.

Gibt es Paul von Hindenburg eigentlich als Puppe oder Wachsfigur? Selbstverständlich.

„[M]it beweglichen Armen, handmodelliertem Kopf (mit Glasaugen) und Händen aus Wachs.“

Aber es gibt ihn nicht mehr als Ehrenbürger Berlins. Die Hauptstadt hat ihn von der Ehrenbürgerliste gestrichen. Er habe, so Regina Kittler von der Linken, „zur Zerstörung der deutschen Demokratie beigetragen und der Diktatur den Weg geebnet“. Der Generalfeldmarschall.

Hat der Führer etwas gesagt?

„Ich habe gesagt: Verrückt!“

„[Es] braucht […] nur ein Orkan zu kommen und alles fliegt zusammen wie ein Kartenhaus.“

***

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LKr2
LKr2
2. Feb. 2020 8:37
Aufgewachter
4. Feb. 2020 14:00
Antwort an  LKr2

Apropos: Jubiläum/75 Jahre aktiver Weltkrieg der Faschisten!

Wer feiert mit? Wir alle!

75 Jahre Kreisverkehr [aufgewachter.wordpress.com]

alligator79
alligator79
2. Feb. 2020 11:02

Danke für die immer wieder unterhaltsame sonntägliche Kolumne. Hier etwas für die kommenden Wochen:

Unser gemeinsamer freier Rundfunk ARD [PDF | cdn.netzpolitik.org]

Das neue Framing Gutachten (erstellt vom Berkley Institute mit GEZ Geldern) gibt Stoff für mehrere Sonntage. Lesenswert, wie Propaganda 3.0 aussieht.

Aufgewachter
4. Feb. 2020 14:07
Antwort an  alligator79

Apropos: Rundfunk

Rundfunkrat: „Guten Morgen! Was kann ich für Sie tun?“
Staatenloser: „Ja, ich wollte mich bei Ihnen über Ihren Radiosender beschweren.“
Rundfunkrat: „Ok, über was genau möchten Sie sich denn beschweren?“
Staatenloser: „Ich versteh´ nichts mehr.“
Rundfunkrat: „Drücken wir uns denn zu kompliziert aus?“
Staatenloser: „Das kann ich nicht beurteilen.“
Rundfunkrat: „Warum denn nicht?“
Staatenloser: „Ich versteh´ die Sprache nicht.“
Rundfunkrat: „Aber alle unsere Moderatoren sprechen doch deutsch!“
Staatenloser: „Ich meine den Teil des Programmes zwischen den Nachrichten und der Werbung und dem redaktionellen Teil.“
Rundfunkrat: „Da läuft praktisch Musik.“
Staatenloser: „Das als Musik zu bezeichnen, grenzt schon ein wenig an Sarkasmus für einen Deutschen Radiosender.“

Anruf beim Rundfunkrat [aufgewachter.wordpress.com]

Solarplexus
Solarplexus
4. Feb. 2020 18:10
Antwort an  Aufgewachter

Werter Aufgewachter,

wie schaffen sie es, bei allem zu sparen? Die Antwort ist einfach. Es geht nicht so sehr um Einkommen, es geht um Bedürfnisse. Jetzt werden die Bedürfnisse der städtischen Person künstlich aufgeblasen, wenn in der Garderobe der Kleidung – für drei Leben genug, und Produkte im Kühlschrank so viel, dass Sie wegwerfen müssen. Die Formel für Glück in Pichugin ist einfach: Wenn Sie nicht danach streben, das Einkommen zu erhöhen, sondern „unnötige“ Bedürfnisse zu reduzieren, hat eine Person viel mehr Zeit für ihr eigenes Leben zu genießen.

Anmerkung zu einem Punkt, der KanalisatZION: Wir im Land der DEUTSCH müssen mittlerweile für Regenwasser bezahlen. Die Kanaldeckel werden auch Gullideckel genannt, weil sie für die Kanalbetreiberfirma wie Gold (GUL, gülden) sind.

Missie Mabel
Missie Mabel
2. Feb. 2020 13:35

Danke für die immer so tolle Kolumne des Sonntags.

Apropos Deutsche Bank: Im Frühsommer 2018 sah ich in Stralsund ein schönes Backsteinhaus mit dem Logo der „Deutschen Bank“. Nichts ungewöhnliches soweit, aber es war statt im gewohnten wässrigen blau pechschwarz (Foto habe ich leider nicht mehr, ist aber im Netz zu finden). Das irritierte mich, weil ich es weder vor- noch nachher im In- oder Ausland gesehen habe.

Es passiert so einiges. ☺

Einen schönen Sonntag wünscht
Missie

eo
eo
2. Feb. 2020 20:03
Antwort an  Missie Mabel

Nun, das Logo der Deutschen Bank ist so minimalistisch, daß man es ebenso gut auch als einfallslos bezeichnen könnte. Abgesehen vom Rahmen, ist es auf jeder Schreibmaschine drauf. Und das war dann wohl auch der Grund, der mich veranlaßt hat, dem Schrägstrich etwas mehr Biss zu verleihen und halt kräftig zu parodieren.

Wie’s geworden ist, sieht man hier. Nichts für Nichtraucher …:

… wider die Schmauchlümmel [raucherclub.wordpress.com]

eo
eo
2. Feb. 2020 18:40

„… mit … strafe bestraft“?!

was’n das fürn Deutsch? Ach so, Juristen- und Amtsschimmel-Deutsch.

Aber mit Stil und Ausdruck haben die es bekanntlich nicht so, dafür mehr mit Umständlichkeit und mit eim Hang zur Verwirrung.

Davon ab, sollte man sich mehr auf die Stärken der deutschen Sprache besinnen. Und gerade die Artikel sind nicht zu verachten, denn diese gliedern und setzen Akzente.

Also, der-die-das — das hat doch was; wie ich finde …

… der – die – das … [neue-spryche.blogspot.com]

Helga
Helga
2. Feb. 2020 19:58

Ein Wahnsinn, der hier in deutschen Landen läuft …

Vielen Dank an Siegfried von Xanten für diese nicht immer lustige Kolumne, einmal bezüglich der Pflege der deutschen Sprache und auch der Wertschätzung ihrer Kulturstifter.

Ich sehe diese Missachtung am Gebrauch der Kleinschreibung, auch bei persönlichen Namen oder daran, dass einfach ohne Hinzuschauen, Provokationen ins „Feld“ geworfen werden, ohne einen Sinnzusammenhang, also ohne Anerkennung dessen, was jemanden umtreibt, sich mitzuteilen (oft im Gesichtsbuch). Da ist viel Gleichgültigkeit und Verachtung unterwegs und auf wirkliche Klärung wird kein Wert mehr gelegt, weil das Ego siegen muss und manchmal durchaus auch meins.

Schön wäre es, würde hier mehr Verantwortung und Selbstkultivierung betrieben. Aus meiner Sicht wird es jetzt eine Zeit geben, die das eher ermöglicht … und der sich hoffentlich bald auflöst und alles wieder in die natürliche Ordnung bringt.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
3. Feb. 2020 8:54
Antwort an  Helga

Liebe Helga,

das Ego ist doch nur das eigene Ich, und das ist unglaublich bedeutend. Nur unselige Zeitgenossen wie Freud versuchten uns unser Ich zu zerlegen, um es uns nachhaltig madig zu machen, uns eine Unzulänglichkeit anzudichten, die nicht nur nicht vorhanden ist, sondern die ausgerechnet denen zu eigen ist, die sie uns unterstellen, nämlich Freud und seinen Kollegen.

Die Eigenschaften des Ichs, des Egos, über sie ist nachzudenken und darüber, warum, aber noch mehr bei wem welche dieser fragwürdigen Eigenschaften zu Tage treten. Ich meine, es war Twain der sagte, wenn wir bedenken, dass wir alle verrückt sind, verschwinden die Mysterien und das Leben ist erklärt. Ver-rückt, abgerückt, weggerückt von unserem wahren Sein, unserem Ursprung, unserem wahren Wesen, der Natur. Weggeschubst, nicht selten mit Gewalt, die nicht in unserer wahren Natur, unserem wahren Wesen Zuhause ist.

Herzlichst
Annegret

Helga
Helga
3. Feb. 2020 12:01

Liebe Annegret,

stimmt so sehr, was Du schreibst. Danke Dir. Von diesen Unholden habe ich noch gelernt, auch vom guten Frederick Perls, dem „Gestalter“ aus Amiland.

„Verrückt“ ist ja auch der Begriff des „Addis“, der in den Kolumnen den Schluss bildet. Dieses künstliche Kartenhaus um Schuld und fragwürdige Eigenschaften, so wie Du sie nennst, muss zusammenbrechen und von daher schaue ich u.a. gespannt, mit welchem Kunst-Ereignis der gute Siegfried um die Ecke kommt. Denn da, in dieser Szenerie, die sich als Spiegel der Gesellschaft versteht, spielt sich jede Menge Verrücktheit ab.

Mein Ego 🙂 bezieht sich darauf, wachzurütteln, ähnlich wie der N8w, eine Leuchte aufzustellen, um die Schattenbereiche der Bequemlichkeit aufzuzeigen, abseits einer kuscheligen und rosaroten Betrachtung über das, was man unter Spiritualität so versteht. Weil das komischerweise immer noch im Bereich der Kirchen liegt, am Beispiel Seele. Und das nervt mich und da bin ich auch schon mal ungehalten und anarchisch unterwegs. Aber im allgemeinen gelingt es auch, wenn man mich verstehen will, das wieder zu glätten. Die Entwicklungen gehen immer Hand-in-Hand, finde ich.

Herzliche Grüße auch von mir!

Erdbeerschorsch
Erdbeerschorsch
3. Feb. 2020 12:52

@Annegret:

Daß ein „Ich“ nicht unbedingt selbstverständlich ist, habe ich in diesem Artikel gelernt:

Das Wir ohne Ich – Von der asiatischen Seelenverfassung [fassadenkratzer.wordpress.com]

Ich halte es für möglich, daß unsere Vorfahren auch in solch einer Verfassung gelebt haben. Durch die Aufklärung (?) wurde das Ich erst bewußt und trieb all diese kuriosen Blüten, die wir heute sehen. Vielleicht wäre die Synthese aus diesen beiden – These und Antithese -, daß wir trotz des Ichs das Wir wieder finden, jedoch nicht unter Zwang oder wegen Alternativlosigkeit, sondern als bewußte Entscheidung.

Annegret Briesemeister
Annegret Briesemeister
3. Feb. 2020 16:34
Antwort an  Erdbeerschorsch

Bei uns nennt man es „Gemeinnutz vor Eigennutz“ und das schon von Beginn an. Dieses schließt allerdings weder das Ich, noch die Individualität aus. Das Wir ist in unserem Sein fest angelegt, man könnte wohl sagen, Teil unserer DNA. Es gibt ein schönes Zitat:

Eine Gemeinschaft darf keine Maske sein, unter der der eine lächelt und der andere weint.

Die Bauern machen uns vor, wie das geht mit dem wir.

Herzlichst
Annegret

bandilla
bandilla
4. Feb. 2020 15:28

@Annegret:

Zwar keine leichte Kost, aber dennoch überaus betrachtenswert:

In-Shadow – A Modern Odyssey – Animated Short Film [YT]

Eine Gemeinschaft darf keine Maske sein, unter der der eine lächelt und der andere weint.

Diese hervorragende jedoch sehr anstrengende Gesellschaftskritik steht für mich auf derselben Stufe, wie Pink Floyds „Another brick in the wall“ und bringt den von dir geschriebenen Satz mehrmals zum Ausdruck.

ich habe nachgedacht
ich habe nachgedacht
4. Feb. 2020 20:45
Antwort an  Erdbeerschorsch

Werte Erdbeerschorsch,

aus meiner Sicht ist weder „das wir ohne ich“ noch das vom „ich zum wir“ ausreichend. Für mich jedenfalls fehlt eine entscheidende Komponente. Wo bleibt der Allvater/Schöpfer des Ganzen hier? Wir bewegen uns in seiner Schöpfung und klammern „ihn“ aus allem aus? Weil wir denken, „er“ ist sowieso da? Diese Zeilen schreibe ich wirklich nur deshalb, weil ja hier schon öfters mal von Allvater die Rede war.

Versetzt Euch doch mal in „seine“ Situation! Also ich wäre nicht glücklich darüber, dass meine Schöpfung so schlecht behandelt wird und meine „Kinder“ sich abwenden von mir oder mich nur am Rande mal erwähnen, aber keine wirklich Verbindung mehr zu „mir“ haben. Und war (vielleicht) genau das das Ziel?

Nach Deinem Hinweis auf die Aufklärung habe ich doch auch mal geschaut – was finden wir gleich in der Einleitung?

„Seit etwa 1780 bezeichnet der Terminus auch diese geistige und soziale Reformbewegung, ihre Vertreter und das zurückliegende Zeitalter der Aufklärung (Aufklärungszeitalter, Aufklärungszeit) in der Geschichte Europas und Nordamerikas. Es wird meist auf etwa 1650 bis 1800 datiert. (…) Als wichtige Kennzeichen der Aufklärung gelten die Berufung auf die Vernunft als universelle Urteilsinstanz, mit der man sich von althergebrachten, starren und überholten Vorstellungen und Ideologien „auch gegen den Widerstand von Tradition und Gewohnheitsrecht“ befreien will. Dazu gehörte im Zeitalter der Aufklärung der Kampf gegen Vorurteile und die Hinwendung zu den Naturwissenschaften, das Plädoyer für religiöse Toleranz und die Orientierung am Naturrecht.“

Aufklärung [de.wikipedia.org]

Was war in der Zeit vorher? Deutschland war vom Geist der Reformation erfasst! Luther, 30-jähriger Krieg, Inquisition usw. Warum nur in der Geschichte Deutschlands und Nordamerikas? Welche Institution hat wohl das größte Interesse an einer „Aufklärung“, als Bestandteil der Gegenreform?

Und dann immer das neue Schlagwort: universell …, universelle Weltkirche …, universelle Religion …, universelle Spiritualität usw.

„Aufklärung – Mitte des 18. Jahrhunderts bedeutet das: seinen Verstand einsetzen und alles kritisch hinterfragen, anstatt – wie bis dahin üblich – alles als gottgegeben hinnehmen.“

Aufklärung [de.wikipedia.org]

Früher hätte ich obigen Satz anders verstanden. Man kann sich ja auch mal die Frage stellen, warum Deutschland nach WKII geteilt wurde. Was war an Mitteldeutschland anders, dass es eine andere Erziehung bekommen musste, als Westdeutschland?

Allvater gibt es seit der „Aufklärung“ immer weniger, bald ist „er“ aus allem ganz verschwunden! Verstand vs. Schöpfung!

Erdbeerschorsch
Erdbeerschorsch
5. Feb. 2020 8:35

Versetzt Euch doch mal in „seine“ Situation! Also ich wäre nicht glücklich darüber, dass meine Schöpfung so schlecht behandelt wird und meine „Kinder“ sich abwenden von mir oder mich nur am Rande mal erwähnen, aber keine wirklich Verbindung mehr zu „mir“ haben. Und war (vielleicht) genau das das Ziel?

@ich habe nachgedacht:

Bei den Amish gibt es für die Heranwachsenden ein Ritual der Entscheidung, nennt sich Rumspringa. Die Jugendlichen können sich in der „modernen Welt“ austoben, alles ausprobieren, was in der strengen Glaubensgemeinschaft verboten ist. Nach dieser Zeit müssen sie sich entscheiden: Wollen sie in der Gemeinschaft bleiben oder lieber in die moderne Welt wechseln? Erfreulicherweise tun Zweiteres nur wenige – warum wohl.

Sind wir nicht genau in dieser Entscheidungssituation? Wir – die (westliche) Menschheit – hatten jetzt beides: erdrückende Enge und ausufernde Freizügigkeit. Wir können uns nun für eines der beiden entscheiden und uns z.B. einen Kaiser oder Anarchie wünschen. Aber wir können auch, wie oben schon angesprochen, von beiden die Rosinen rauspicken.

So gesehen hat Feminismus, sexuelle Revolution oder auch Klimahysterie seine guten Seiten: wir sind gegen die Unterdrückung der Frau, Prüderie oder Umweltzerstörung sensibilisiert, kennen aber auch die ungesunden Auswüchse davon, die man nicht mehr haben möchte. Auch die Überspitzung der „Glaubenszelebrierung“ durch die Kirchen und die daraus entstehende Ablehnung selbiger weckt eine Ahnung, daß da doch mehr sein muß, als uns die Pfaffen verraten.

Kurzum: Wir leben in der Zeit der Entscheidung, weil wir jetzt beide Zustände kennen. Möge der Verstand einsetzen und alles zu einem heilvollen Konglomerat verbinden.

eo
eo
6. Feb. 2020 0:51
Antwort an  Erdbeerschorsch

Ohne Gefühl und ohne Gespür bleibt der Verstand ein ziemlich dürres und kaltes Gerippe. Der Verstand (und etwas höher gegriffen, die Vernunft) ist ohne Erdung, also Verankerung im konkret erfahrenen Erleben, das eben noch von anderen Impulsen beeinflußt wird, nur Instrument und Instrumentarium, also bloß Werkzeug und daher (allein) nicht für eine umfassende Sinngebung geeignet, jedoch dieser zweifelsohne zuträglich.

Ekstroem
Ekstroem
3. Feb. 2020 9:38

So ein Tag, … (Danke G., für den Hinweis)

Vor 909 Jahren gab es zuletzt ein Datum wie das gestrige, den 02.02.2020. Erst in 101 Jahren wird es wieder einen palindromischen Tag geben, den letzten gab es vor 909 Jahren. Der 11.11.1111 und der 12.12.2121 sind die beiden Daten, die den gestrigen Tag einrahmen. Auch die Zahlen 909 und 101 sind palindromisch. Drei palindromische Tage, die in palindromischen Zeitabständen aufeinander folgen, eine Menge „Zufälle“.

Heil und Segen

bandilla
bandilla
3. Feb. 2020 14:11
Antwort an  Ekstroem

Wahrlich beeindruckend, diese kalendarische Beobachtung!

Aufgewachter
3. Feb. 2020 16:53

Apropos: Esel

Schöner, vollausgereifter und kunstflugtauglicher Flug-Esel aus Neuschwabenland manövriert bei Flugshow gekonnt zwei Luftüberlegenheits-Jäger der 5. Generation aus … beachte Video (ca. 1 Min.):

Eine reichsdeutsche Flugscheibe im Abtauchmanöver? [germanyinventory.wordpress.com]

P.S.: Und die Automobilbranche will mit ihren explodierenden E-Autos unser aller Leben bespaßen. Na klasse! Siehe dazu die achte bis dreizehnte Sekunde im folgenden Video: Tesla Model 3 explosion in Moscow, Russia [YT]

N8waechter
3. Feb. 2020 20:25

Nur mal so am Rande:

Dies ist der 60.000ste Kommentar auf dieser Netzseite … 😉

Danke an alle Beteiligten für die rege Anteilnahme!

Heil und Segen!
N8w.

Torsten
Torsten
3. Feb. 2020 22:28
Antwort an  N8waechter

Es gibt einen guten Grund!

Heil und Segen!

Solarplexus
Solarplexus
4. Feb. 2020 9:30
Antwort an  N8waechter

Werter N8w,

in welchem Zeitraum aufgezählt worden? 😉

N8waechter
4. Feb. 2020 11:06
Antwort an  Solarplexus

Seit August 2014, allerdings begann die „Belebung“ des Kommentarbereichs erst mit den „richtigen Fragen“ im Herbst 2017.

Heil und Segen!
N8w.